Die sechsten Klassen besuchten im März die Synagoge in Augsburg
Wie ein weiter Sternenhimmel wölbt sich die Kuppel über die Augsburger Synagoge und die Schülerinnen und Schüler blicken staunend von der Frauenempore aus in das jüdische Gotteshaus, auf dessen dunkler Grundfarbe die goldene Ornamentik leuchtet. Auf östlicher Seite ausgerichtet, strahlt die Menora, der siebenarmige Kronleuchter, den die Sechstklässler schon aus dem Religionsunterricht kennen. Sie sind gut vorbereitet und erweisen sich als interessierte Gäste, deren viele Fragen aufgeschlossen beantwortet werden. Große Aufmerksamkeit zog die prunkvolle Thora im jüdischen Museum auf sich. Die Schriftrolle aus Pergament sei 30 Meter lang, ein Meter länger als die Kuppel hoch. „Die fünf Bücher Mose, die sie enthält, werden handschriftlich von einem Sofer verfasst, das ist ein eigenständiger Beruf. Der Schreiber ist ein Jahr damit beschäftigt, eine Thora herzustellen“, erzählt Nele ihrem jungen Publikum. Gefesselt hörten die Mädchen und Jungen auch von den Regeln im jüdischen Alltag, die den Sabbat und die Ernährung begleiten. So gibt es auch koschere Gummibärchen ohne Schweinegelatine, die im Museumsladen ein begehrter Verkaufsschlager waren: „Sie schmecken ein bisschen milder, aber schon sehr gut und aromatisch!“, lautete das einheitliche Urteil auf der Rückfahrt, die noch Zeit zum lebendigen Austausch und zur Brotzeit bot.
Martina Beck