Hilfe für Frauen in Notsituationen

Ein Vortrag von Solwodi Augsburg sensibilisiert Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse für Gewalt an Frauen

Die Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse unserer Schule hatten kürzlich die Gelegenheit, an einem sechzigminütigen Vortrag von Frau Munz von Solwodi Augsburg teilzunehmen. Dabei erhielten sie einen tiefen Einblick in die Arbeit der Organisation, die von Sr. Lea Ackermann gegründet wurde und sich für die Rechte von Frauen einsetzt, die Opfer von Gewalt, Zwangsprostitution oder Menschenhandel wurden.

Frau Munz machte deutlich, dass Gewalt viele Gesichter hat – körperlich, psychisch, sexuell oder bedingt durch traditionelle Rollenverhältnisse. Besonders erschreckend: Stündlich werden in Deutschland zwölf Frauen Opfer von häuslicher Gewalt werden. Mangelnde Gleichberechtigung sei häufig die Grundlage dafür, dass vor allem Frauen Opfer von Gewalt sind.

In ihrer Arbeit begegnet Frau Munz vielen Frauen, die durch Menschenhandel nach Deutschland gelangen. Sie erzählte vom Schicksal einer 16-jährigen Jugendlichen, der in ihrem osteuropäischen Heimatland eine Arbeitsstelle als Friseurin in Deutschland angeboten wurde. Um Armut und Perspektivlosigkeit zu entkommen, stimmte sie zu – und fand sich kurze Zeit später in einem deutschen Bordell wieder, ohne Pass, ohne Geld und ohne Sprachkenntnisse. Solwodi unterstützt solche Frauen in vielerlei Hinsicht: von aufenthaltsrechtlicher Beratung über medizinische und rechtliche Hilfe bis hin zu schnellen und anonymen Schutzunterkünften. Vernetzungen mit anderen Hilfsorganisationen sorgen dafür, dass die betroffenen Frauen möglichst umfassend betreut werden.

Besonders wertvoll waren Tipps der Referentin, wie Schülerinnen und Schüler selbst handeln können, wenn sie oder Menschen in ihrem Umfeld Opfer von Gewalt werden. Solwodi steht in solchen Fällen immer mit Rat und Tat zur Seite!

Im Schlusswort betonte Frau Trampert, dass unsere Schule die wertvolle Arbeit von Solwodi gerne unterstützt. Alle neunten Klassen sind eingeladen, kreativ Spendenaktionen zu planen – zum Beispiel durch Kuchenverkäufe oder ähnliche Initiativen.

Unser Dank gilt Frau Munz, die in einem eindrucksvollen und bewegenden Vortrag ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit uns geteilt hat. Wir wünschen ihr Kraft und Erfolg für ihre wichtige Arbeit zum Wohl von Frauen in Notsituationen!

Bea Trampert